Sorgerechtsverfügung

Ratgeber zur Sorgerechtsverfügung

Was wird aus Ihren Kindern, wenn Ihnen etwas zustößt? Wer sorgt für sie? Wer kümmert sich um das Erbe?

In einer Sorgerechtsverfügung können Sie bestimmen, wer die Personensorge und die Vermögenssorge für Ihr Kind in Ihrem Todesfall übernehmen soll.

Diese Verfügung über die Personensorge ist ein Vorschlag an das Gericht. Das Gericht ist gehalten, bei der Personensorge nach den Kriterien des Kindeswohls zu entscheiden und kann deshalb in begründeten Fällen von Ihrer Verfügung abweichen. Mit einer Vermögenssorgeverfügung können Sie festlegen, wer für die Verwaltung der Erbschaft Ihrer Kinder zuständig sein soll. Diese Verfügung ist für das Gericht grundsätzlich bindend, sofern die Vermögensverwaltung objektiv möglich ist und nicht durch Umstände wie Krankheit, Verhinderung etc. der benannten Person unmöglich ist. Die Sorgerechtsverfügungen müssen handschriftlich, entsprechend den Regelungen eines handschriftlichen Testaments, verfasst sein oder von einem Notar beurkundet werden, damit sie rechtswirksam sind. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Es genügt also nicht, einen vorgedruckten Text zu unterschreiben. Sie müssen die von uns vorbereiteten Formulierungsvorschläge per Hand abschreiben, mit Datum versehen und eigenhändig mit Vor- und Zunamen unterschreiben. Nur dann ist die Sorgerechtsverfügung rechtswirksam! 

Sorgerechtsverfügung mit FERRARI-Klausel – Unsere Empfehlung

Sie haben die Möglichkeit, die Personen- und die Vermögenssorge auf verschiedene Personen zu übertragen. Sie müssen dann die gewünschten Personen für die jeweilige Sorge extra benennen.

Nach dem Gesetz wird das Erbe für die Kinder nur bis zu ihrem 18. Geburtstag von dem sog. Nachlasspfleger, den Sie mit einer Vermögenssorgeverfügung bestimmt haben, verwaltet. Mit Erreichen der Volljährigkeit haben die Kinder jedoch unbeschränkten Zugriff auf das Erbe. Nicht jeder kann in diesem Alter schon verantwortungsbewusst mit einem größeren Vermögen umgehen. Wenn Sie wollen, dass die Erbschaft erst später, z.B. mit Abschluss einer Berufsausbildung oder nach einer Altersvorgabe, vom Nachlassverwalter auszuzahlen ist, können Sie dies mit der sog. „FERRARI-Klausel“ bestimmen. Eine entsprechende Formulierung ist im beigefügten Formular enthalten.

Diese Möglichkeit der Nachlassverwaltung sollte auch von Großeltern in Erwägung gezogen werden, wenn sie verhindern wollen, dass die Enkel beim möglichen Tode der eigenen Kinder zur Unzeit über zu viel Vermögen verfügen könnten.

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